Unterhütten
Zu
den jüngsten Siedlungen im Kreis Bischofteinitz gehörte das 1 km südlich von
Schwarzach und 200 m von der bayerischen Grenze entfernte Dörflein Unterhütten.
1739 gründete die Herrschaft Muttersdorf hier eine Glashütte. Wahrscheinlich
wurden anfangs nur Perlen (Paterln, hohle Glasstängelchen in den verschiedensten
Farben) erzeugt, weil solche vielfach gefunden wurden. Als Hüttenmeister wird
1741 Franz Zopf genannt. Die Glasmacher hießen Mack, Schwingel, Kopp, Tragl,
Nachtmann, Beyer, Pellmann, Pelikan, in späteren Jahren Mages, Bernklau, Wild,
Erl, Hogen.
Die
Hütte ist wahrscheinlich 1769 eingegangen, sie befand sich an der Stelle des
nachher errichteten Hauses Nr. 14. Mit der Hüttengründung siedelten auch weitere
Leute hier, und das Dorf wuchs. Bis das damals zu Böhmen gehörige Steinlohe
im Jahre 1765 wieder an Bayern zurückgegliedert wurde, unterstand der Ort
Unterhütten dem herrschaftlichen Richter in Steinlohe.
1767 ist hier schon ein Medicus, ein Bader, Karl August Jähner aus Sachsen.
1776 ist Elisa Müller, Spegelmacher (Spiegelbeleger) in Unterhütten.
1771 werden schon Bauern genannt. Sie sind aber nur Pächter. Über ihre Zinsungen berichtet Direktor Johann Micko im 4. Heft der Muttersdorfer Heimatkunde ausführlich. Seit 1852 wurden dann alle Leistungen und Zinsungen abgelöst.
1866
brannte Unterhütten ab. Der Muttersdorfer Baron Beck spendete das Holz zum
Wiederaufbau. Zur Linderung des Notstandes spendete 1879 auch Kaiser Franz
Josef aus seiner Privatkasse 800 Gulden. Unterhütten, mundartlich "Untahittn",
"af da untan Hittn" oder kurzweg "Hittn", hieß in Matrikeln
auch "Neuglashütte", "Muttersdorfer Hütte" oder "Wiedersperger
Hütte". Erst von 1761 an heißt es offiziell "Unterhütte" bzw.
"Unterhütten". 1788 bestanden 24 Häuser, 1839 waren es 30 Häuser
mit 294 Bewohnern, 1910 42 Häuser mit 428 Einwohnern, 1921 47 Häuser mit 409
Seelen.
Eine
Schule erhielt Unterhütten wahrscheinlich schon bald nach seiner Gründung.
1893 wurde der sehr notwendige Schulneubau durchgeführt, der 7783 Gulden kostete.
Die Schule war dreiklassig.
1905
bestand eine Freiwillige Feuerwehr für die gesamte Gemeinde und der Böhmerwaldbund.
Eingepfarrt
war der Ort zunächst nach Muttersdorf (10 km), dann ab 1787 nach Waier. Oft
wurde auch die Kirche in Stadlern besucht. Im ersten Weltkrieg waren aus dem
übervölkerten Dorf, dessen Bewohner zwar minder bemittelt, aber dennoch ausgesprochen
fleißig waren, 75 Mann eingerückt; 11 kehrten nicht zurück.
Josef Bernklau und Alfred Piwonka nach Johann Micko
© Heimatkreis Bischofteinitz e.V., Heimatkreisbetreuer Peter Pawlik, Palnkamerstr. 73a, 83624 Otterfing, Tel. 0 80 24 / 9 26 46, Fax 0 80 24 / 9 26 48, E-Mail: Peter-Pawlik@t-online.de
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