Zwingau

Das knapp 2 km südostwärts des Laurenziberges gelegene, 1939 17 Häuser mit 90 Seelen zählende Radbusadörfchen Zwingau bildete mit dem nordöstlich von ihm liegenden Haschowa eine politische Gemeinde. Zwingau wurde 1379 erstmals erwähnt. Sein Name dürfte von Svinna (svin = tschech. Schwein) herrühren.

1789 zählte der Ort 12 Nummern, 1839 16 Häuser mit 114 Einwohnern; er besaß damals 1 Mühle mit 3 Gängen im Ort, außerdem die eine Viertelstunde entfernte, südlich liegende Pickelmühle. Am 19. August 1892 entstand beim Häusler Adam Singer im Stall Feuer, das bei sehr starkem Wind so rasch um sich griff, daß binnen einer Viertelstunde 5 Bauernhöfe und 5 weitere Häuser eingeäschert wurden. Ferner kamen noch 15 Schafe dabei um. Nur die Häuser Nr. 1, 2, 11, 14, 15 und 16 blieben verschont. Der Schaden bezifferte sich auf 30 000 Gulden.

Das Flächenausmaß von Zwingau wurde 1937 mit insgesamt 145,21 ha angegeben, das sich auf 80,02 ha Äcker, 20,88 ha Wiesen, 5,50 ha Weiden, 31,96 ha Wald erstreckte.

Zwingau war nach Schüttarschen (St.-Laurenzi-Kirche) eingepfarrt und nach Haschowa eingeschult. Die Zwingauer Mühle war im Besitz von Johann Beck, die gutgehende Schmiede gehörte Emanuel Mulz.

Im ersten Weltkrieg fielen 9 Zwingauer, im zweiten 1, 3 Mann blieben vermißt.

Josef Bernklau unter Mitarbeit von Georg Frauenholz