Schlattin

Das knapp 3 km südostwärts von Hostau am Fuße des Schlattiner Berges (515 m) und im Tal des Schlattiner Baches gelegene Dorf Schlattin dürfte seinen Namen von slatina = Moor, Sumpf herleiten.

Es war in früheren Zeiten ein eigenes Gut, das 1379 unter Heinrich, Ctibor, Zdislaus, Nikolaus und Radislaus geteilt wurde. Heinrich zahlte im Jahre 1400 den Zehent von Horouschen zur Schüttarschner Kirche.

1430 saß auf der Burg Racik von Honsowitz, 1448 Wilhelm Lischka von Knie, von 1518-1519 Bohuslav Hradetzky von Hradek. Bald darauf verkaufte Katharina von Vlekowitz das Gut dem Max von Max. Er erstand die Burg und den Hof von Schlattin und die Dörfer Horouschen und Sadl und starb 1545. In der Zeit von 1556-1569 wird Sigmund von Chudenitz als Herr von Schlattin genannt. Einer seiner ältesten Söhne, Martin, war bei den Aufständen 1585-1598 beteiligt. Nach ihm erhielt sein Bruder Johann Protus, der 1612 starb, das Gut. Sein Sohn Diwisch Wenzel verkaufte Schlattin und Wiedlitz 1630 an Christina Kordula Czernin von Chudenitz, worauf Schlattin mit Hostau vereinigt wurde.

1789 wurde Schlattin mit 29 Nummern und 1 Meierhof erwähnt, 1839 zählte es 36 Häuser mit 243 deutschen Einwohnern, war nach Schüttarschen eingepfarrt und besaß 1 Meierhof, 1 Schäferei, 1 Jägerhaus, 1 Mühle und 1 Wirtshaus. 1913 hatte Schlattin 35 Häuser und 183 Einwohner. 1939 zählte die Gemeinde Schlattin (mit Horouschen) 238 Einwohner.

Das Schlattiner Flächenausmaß bezifferte sich 1937 (ohne Horouschen) auf insgesamt 459,35 ha. Davon waren 188,88 ha Felder, 42,34 ha Wiesen, 24,03 ha Weiden, 188,48 ha Wald, 2,57 ha Gärten.

Josef Bernklau