Ruhstein

Der Ort (35 Hausnummern, 173 Einwohner) lag etwas erhöht 2 km östlich von Eisendorf, wohin es eingemeindet war, in Richtung Weißensulz. Der ursprüngliche Fahrweg führte von Eisendorf über den "Berg" nach Ruhstein. Auf der Höhe vor dem Ort lag ein großer Granitblock, wo die Fußgänger auszuruhen pflegten. Deshalb soll die Siedlung Ruhstein genannt worden sein.

Ursprünglich wohnten auch hier Holzhauer und Köhler; seit der Errichtung der Glashütte in Walddorf (1696) auch Glasmacher. Die zugezogenen Kleinbauern lebten zuerst auf Zinsgründen der Herrschaft. Die Steinwälle zwischen den Feldern zeugten von ihrem unermüdlichen Fleiß. Der Erfolg blieb ihnen nicht versagt.

Es war eine beglückende Freude, "am Ruhstein" zu jagen oder zwischen den von der Kultivierung noch nicht bezwungenen Steinkuppen, den Baumgruppen und Nußstauden zuwandern. Hier gab es noch den wildwachsenden Wacholderstrauch.

Die einklassige Volksschule gehörte als Expositur zur Schulleitung Eisendorf. Der zweite Weltkrieg brachte dem Ort 14 Opfer.

Karl Dimpl