Rouden

Rouden, tschechisch Roudná, gehört betreffs Namensdeutung zum tschechischen Wort ruda = Erz.

Der Ort, der schon im 15. Jahrhundert mit 1-2 Häusern als Wegwarte für Fuhrwerke diente, wurde im 16. Jahrhundert als Dorf aufgeführt (Erstnennung 1542 in der Landtafel 84 B 25). Im Urbar der Herrschaft Bischofteinitz-Zetschowitz aus dem Jahre 1587 wurde Rouden mit 3 Bauernhöfen erwähnt, 1654 erschien es als "Rudten" in der Steuerrolle (18/599), 1789 war es bei Schaller zu finden (XII 116) als "Ruden" und "Raudten" mit 9 Nummern, 1839 bei Sommer (VII 179) als Dorf "Rauden" mit 11 Häusern und 64 deutschen Einwohnern. Nachher kam Rouden verwaltungsmäßig zu Sirb. Laut Volkszählung 1939 hatte es 64 Einwohner, 1945 wies es 11 Häuser mit 14 Hausnummern auf.

Mit Schule, Kirche und Verwaltung gehörte Rouden zur Gemeinde Sirb. Nach einem Übereinkommen zwischen den beiden Dörfern hatte Rouden seit 1912 einen eigenen Bürgermeister, der zugleich Sirber Gemeinderat war. Seit dem Anschluß an das Deutsche Reich war der Ort durch ein entsandtes Mitglied im Sirber Gemeinderat vertreten.

1914-1918 fiel 1 Roudner, 1939-1945 ließen 4 ihr Leben. In Rouden waren 4 Groß- und 7 KIeinbauern.

Der Roudner Grund hatte ein Ausmaß von 154,50 ha. Davon waren im Privatbesitz 95 ha Äcker, 27 ha Wiesen und 18,5 ha Wald. Der Gmeindegrund umfaßte 2 ha Äcker, 10 ha Wiesen und Weideland und 2 ha Wald.

24 ha Gerneindeweideland verloren die Roudner um 1860 an die Herrschaft Bischofteinitz, das von letzterer aufgeforstet und dem Waldgebiet "Reichstag" einverleibt wurde.

Das Wahrzeichen von Rouden war der 33 m hohe und im Umfang 7 m messende Lindenbaum, der auf dem Dorfplatz stand. Der Ort besaß zwei Teiche: Brünnl- und Dorfteich.

Auf Roudner Grund standen 12 Feldkreuze, auf dem Weg nach Zwingau eine Kapelle.

Georg Feierfeil