Raschnitz
Zu den Orten, die schon recht früh urkundlich belegt sind, zählt auch das südwestlich von Bischofteinitz gelegene Raschnitz, an dem die alte Reichsstraße Nr.20 unweit vorüberzog. Im Nordosten der Gemarkung fällt der Podhaywald (435 in) ins Auge, im Südwesten der Gaminwald.

Wie Liebscher berichtete, gehörte das Dorf zum bischöflichen Hof in Maschowitz und wurde 1186 von Bischof Heinrich dem Mechtfried für 15 Schock Silbergroschen und unter der Bedingung verkauft, daß das Gut dem Prager Bistum zufallen solle, falls das Geschlecht der Mechtfriede ausstirbt. 1539 wurde Raschnitz als ein dem Prager Erzbistum gehöriges Gut genannt.

1587 zur Herrschaft Lobkowitz in Bischofteinitz gehörig, zählte es 8 Höfe. Damals waren die Raschnitzer gemeinsam mit den Maschowitzern verpflichtet, während der Heumahd als Robot das Gras hinter der Spiegelmühle in Teinitz zu rnähen. 1789 hatte Raschnitz 15 Nummern, 1839 18 Häuser mit 123 deutschen Einwohnern, 1913 25 Häuser und 132 Einwohner, 1939 117 Einwohner und 25 Häuser. Das Flächenausinaß betrug 1937 314,44 ha, die sich in 151,85 ha Äcker, 29 ha Wiesen, 9,64 ha Weiden und 114,62 ha Wald gliederten.

Durch das Gaminbachl wurde das Dorf in zwei Hälften geteilt. Nördlich waren als "Große Seite" 5 Bauernhöfe, südlich befand sich die "Kleine Seite" mit 2 Bauernhöfen und allen übrigen Kleinbauern. Raschnitz war nach Metzling eingepfarrt und eingeschult, wies jedoch eine von den Gemeindebürgern 1870 erbaute Kapelle auf, die in der Dorfmitte aufragte. 1908 wurde in dieser ein Altar errichtet, der zu Ehren der Hl. Dreifaltigkeit geweiht wurde. Ab dieser Zeit wurden hier auch Messen gelesen. Leider fiel das Glöcklein dem ersten Weltkrieg zum Opfer, in welchem auch noch 4 Heimatsöhne ihr Leben ließen. Der zweite Weltkrieg forderte 4 Gefallene und 4 Vermißte.

1863 brach zu Lichtmeß ein Großfeuer aus. Die Anwesen Nr. 14, 15, 16, 17 und 18 brannten nieder. Nach 1850 wanderten einige Raschnitzer Familien nach Amerika aus.

Josef Bernklau unter Mitarbeit von Andreas Ubl