Potzowitz

Das langgezogene Straßendorf Potzowitz befindet sich 7 km nördlich von Bischofteinitz und wurde - teilweise zum Kladrauer Kloster gehörig - erstmals 1379 erwähnt. Liebscher zufolge fiel die Klosterzugehörigkeit in die Zeit, da Ratzko Abt in Kladrau war. König Wenzei genehmigte den Kauf der Burg Zebrak (1396). Als Abt Vronius die seit 1447 verpfändeten dritthalb Huben in Potzowitz einlösen wollte, geriet er mit Bartholomäus von Webrowa in Rechtsstreit, in welchem er sachfällig wurde und der Gegner jene Gründe als Eigentum behielt.

Im Urbar der Herrschaft Bischofteinitz-Zetschowitz wurde Potzowitz 1587 als Gut erwähnt. Bei Schaller als Patzinow bzw. Botzowitz bezeichnet, zählte es 1789 samt einem Schlößchen 18 Nummern, "wovon etwas dem Freyherrn Rudolf von Geysau gehörig", der es von einem gewissen Raufeisen gekauft hatte. Doch schon 1765 hatte es Graf Franz Norbert von Trauttmansdorff an sich gebracht und mit seiner Herrschaft Bischofteinitz verbunden.

1839 hatte der Ort 33 Häuser mit 240 deutschen Einwohnern, worunter sich auch 4 Israelitenfamilien befanden. Weiters berichtet Sommer von einem obrigkeitlichen kleinen Herrenhaus, -1 Pottaschensiederei und dem 5 Minuten entfernten Meierhof Patzinow nebst einer Schäferei edler Rasse. 1913 wies Potzowitz 38 Häuser mit 219 Einwohnern auf, 1939 40 Häuser mit 231 Personen.

Das Flächenausmaß der Gemeinde (ohne Schiewitz) betrug 1937 insgesamt 291,55 ha und verteilte sich auf 166,72 ha Äcker, 24,39 ha Wiesen, 6,76 ha Weiden, 79'50 ha Wald und 2,89 ha Gärten.

Eingepfarrt und eingeschult war Potzowitz nach Hochsemlowitz, hatte im Ort jedoch eine größere Kapelle. Nachdem man bis zum zweiten Weltkrieg gemeinsam mit den Hochsemlowitzern den "Gir(g)ntogh" (Georgentag) feierte, beging man dann das Fest Christi Himmelfahrt. Nach Potzowitz eingemeindet war Schlewitz. Die Bewohner waren größtenteils in der Landwirtschaft oder als Handwerker tätig. Vorhanden waren neben dem Gasthaus "Zur schönen Aussicht" 1 Kaufmannsladen, 1 Schmiede, 2 Wagner und 1 Schuhmacher. Einige arbeiteten auch im 1 km nördlich von Potzowitz an der Straße nach Wassertrompeten liegenden Steinbruch Ruschkaberg (505 m). Unweit davon befand sich auch eine Wasenmeisterei.

Im ersten Weltkrieg blieben 9, im zweiten 15 Heimatsöhne. Im Juli 1944 wurden unweit der Ortschaft über 20 schwere Bomben von feindlichen Fliegern "abgeladen".

Josef Bernklau unter Mitarbeit von Georg Bernklau