Pollschitz

Das etwa 5 km westnordwestlich von Bischofteinitz gelegene Radbusadorf Pollschitz, mundartlich "Pollschnitz" bezeichnet, trat im Jahre 1539 erstmals ins Licht der Geschichte. Es zählte, 1587 zur Herrschaft Lobkowitz in Bischofteinitz gehörig, damals bereits 23 Höfe, und die Hofnamen Kubschick, Tomaner, Polta und Klewer, die sich bis 1946 erhalten hatten, reichen in jene Zeit zurück.

1789 wies Schaller den Ort mit 30 Nummern aus, 1839 zählte er 36 Häuser mit 243 deutschen Bewohnern, hatte 1 Wirtshaus, 1 obrigkeitliche Brett- und Graupenmühle sowie 1 Rustikalmühle von 2 Gängen. Im Jahre 1826 lebte hier der Bauer Veit Feyerfeil, der mit 8 Frauen verehelicht gewesen war und mit denselben 17 Kinder gezeugt hatte.

1913 besaß das stattliche Dorf 43 Häuser und 328 Einwohner, 1945 zählte Pollschitz 53 Häuser mit 264 Bewohnern. Das Flächenausmaß der Gemeinde bezifferte sich 1937 auf insgesamt 538,32 ha und verteilte sich u. a. auf 402,62 ha Äcker, 86,08 ha Wiesen, 26,09 ha Weiden und 0,76 ha Gärten.

Auf dem 350 in langen und 50 in breiten Dorfplatz stand die den Apostelfürsten Petrus und Paulus geweihte Kapelle. Ferner befanden sich hier die Schmiede, das Gemeindehaus und das Kriegerdenkmal, während zu beiden Seiten des Dorfplatzes 18 behäbige Bauernhöfe dem Dorf das Gepräge gaben. Außerdem wies Pollschitz nebst der Mühle noch 16 Kleinlandwirte, 9 Ausgedingehäuser und 7 Häuser ohne Grundbesitz auf.

In den Jahren 1935-1938 wurden vom Land- und Forstwirtschaftlichen Zentralverband in Prag folgende alte Bauerngeschlechter, die bereits seit drei Jahrhunderten auf ihren Höfen wirtschafteten, besonders geehrt: Kleberhof, Gubschickenhof, Sicherhof, Bolzahof, Nixahof, Lenzenhof, Meckerlhof und der Hof des Müllers.

Bis 1786 gehörte Pollschitz zur Pfarrei Bischofteinitz und zur Horschauer Kirche, dann wurde es nach Sirb eingepfarrt, wohin es auch eingeschult war. 1931 wurde der Ort, welcher nebst 2 Gasthäusern auch 1 Kaufladen aufwies, elektrifiziert. 1937 wurde hier auch die Freiwillige Feuerwehr gegründet und mit einer Motorspritze ausgerüstet, nachdem Pollschitz vordem der 1898 gegründeten Feuerwehr Sirb angeschlossen war.

Josef Bernklau nach Johann Stahl