Plöß

Plöß war der höchstgelegene Ort im Kreis Bischofteinitz, etwa 5 km südsüdostwärts von Eisendorf und zwischen dem 789 m hohen Plößer Berg und dem 859 in hohen Plattenberg in 765 m Höhe gelegen.

Im Jahre 1606 erstmals genannt, erschien der Ort 1789 bei Schaller unter der Fideikommißherrschaft Heiligenkreuz als "Pleß" und zählte samt Galthof und Straßhütten 59 Nummern. 1839 berichtete Sommer, daß Plöß, welches seinen Namen wohl einer in den Wald gehauenen Lichtung (Blöße) verdankt, 54 Häuser mit 483 Einwohnern aufwies, wozu auch die Plößer Mühle mit einer Brettsäge und die Zankmühle unweit der bayerischen Landesgrenze gehörten.

1913 meldete uns Liebscher den Ort mit 67 Häusern und 642 Einwohnern, 1939 wies die Gemeinde Plöß, zu der auch Wenzelsdorf (31 Häuser und 371 Einwohner) sowie der Weiler Rappauf (5 Häuser) und die Einschichte Straßhütte (2 Häuser und 5 Einwohner) gehörten, 124 Häuser und 1167 Einwohner auf. Das Flächenausmaß betrug 1937 1700,86 ha, die sich auf 183,13 ha Äcker, 124,13 ha Wiesen, 115,30 ha Weiden, 1249,49 ha Wald und 1,54 ha Gärten nebst der Bebauungsfläche und der unproduktiven Fläche verteilten.

Im Jahre 1684 wurde mit Bewilligung des Prager Erzbischofs eine Kapelle oberhalb des Ortes erbaut. Dies gestattete Kaspar Zdenko Graf Kaplirsch von Sulewitz. Neben dieser gab es auch noch eine weitere Kapelle hier, die der hl. Jungfrau Maria geweiht war. 1787 wurde in Plöß eine Lokalie errichtet, und fortan hielt der Eisendorfer Kaplan jeden dritten Sonntag hier den Gottesdienst. Am 3. März 1858 wurde die Lokalie zur Pfarre erhoben. Durch Zubauten und Errichtung eines Turmes wurde daraus die steinere Pfarrkirche, dem hl. Johannes dem Täufer geweiht. Da jedoch seit 1858 der Gottesdienst in der hölzernen Kapelle in der Dorfmitte abgehalten wurde, verödete die alte Kirche immer mehr, so daß am 28. September 1906 die neue Plößer Kirche feierlich eingeweiht wurde, deren Hochaltar und Seitenaltäre aus dem Atelier des Bildhauers Schinko in Krummau stammte, während die Orgel der Smichover Orgelbauer Schiffner herstellte. Der letzte Seelsorger war Pfarrer Nagel.

Die Schule, auf Initiative des Freiherrn Kotz von Dobrz errichtet, war zweiklassig, teilweise auch drei- und vierklassig. Sie hatte eine Expositur in Wenzelsdorf. Das letzte Schulhaus stammte aus dem Jahre 1892. Dieser Schule entsproß auch der weitum bekannte Bischofteinitzer Bürgerschulleiter und Kreisschulrat Josef Drachsler.

Die Armut der Bevölkerung ausnutzend, gelang es den Tschechen nach dem ersten Weltkrieg, in Plöß auch eine tschechische Schule vorübergehend aufzumachen.

Trotz des kargen Bodens und der hohen Lage gab es in Plöß 10 Bauern mit je über 10 ha Grund und eine gute Viehwirtschaft, während die übrigen Bewohner ihren Lebensunterhalt in Handwerksberufen und als Arbeiter im Wald oder im Altreich fanden, nachdem die einstige Glasperlhütte in Straßhütte eingegangen war.

Stark ausgeprägt war vor dem ersten Weltkrieg das Vereinswesen. So zählte die schon 1877 gegründete Feuerwehr 1913 95 Mitglieder, der Landwirtschaftliche Verein 20, die Ortsgruppe Plöß des Bundes der Deutschen in Böhmen 35, die Ortsgruppe des Deutschen Böhmerwaldbundes 41 Mitglieder. Nebst diesen gab es auch einen Spar- und Darlehensverein.

Besaß der Ort als Sommerfrische beste Voraussetzungen, so war es vor allem der weithin bekannte Gasthof Flor, welcher hervorragende Initiativen ergriffen hatte. Aus ihm stammt Dr. Josef Flor, Sanitätsrat in Plan. Ferner gab es noch die Gasthäuser Josef Neff (Zum Deutschen) und Josef Zeug (Zum Kleinseffm), sowie eine Bäckerei, einen Fleischer und einen Schmied.

Josef Bernklau nach Andreas Drachsler und Karl Dimpl