Neid


Neid lag 3 km südlich von Waier, 8 km südwestlich von Muttersdorf, kaum 3 km östlich der bayrischen Grenze in 600 m ü.M. inmitten einer richtigen Waldinsel. Neid war Sitz einer Gemeinde, zu der auch Franzbrunnhütte, Schnaggenmühl und Friedrichshof gehörten.

Während im Dreißigjährigen Krieg zahlreiche Dörfer Böhmens vollkommen von der Bildfläche verschwanden, wurde das Dorf Neid gerade in dieser turbulenten Zeit gegründet. Und vermutlich verdankt es seinen Namen dem Ansiedler Neid, der aus Wonischen starnmte.

Im Teilungsvertrag der Herrschaft Muttersdorf für das Jahr 1644 wurden 7 Ansiedler genannt.

1649 war Hans Kalz Richter in Neid, und 1654 hatte der Ort laut der in Prag aufliegenden "Rulla" 7 Häusler. Als 1660 das Gut Schwanenbrückl wieder mit Muttersdorf vereinigt wurde, teilte man 1787 die Gemeinden Neid und Schwarzach dem Waldgut Schwanenbrückl zu.

1722 hatte Neid 7 Häuser mit 52 Bewohnern, 1784 waren es mit Franzbrunnhütte 19 Häuser und 175 Bewohner, 1839 zählte es ohne Franzbrunnhütte 19 Häuser und 134 Einwohner, 1910 21 Häuser und 149 Bewohner, ebenfalls 1921. Das Flächenausmaß der Gemeinde Neid betrug 1937 871,03 ha und verteilte sich auf 709,40 ha Wald, 83,03 ha Äcker, 57,55 ha Wiesen, 5,01 ha Weiden, 1,26 ha Gärten.

Neid gehörte anfangs zur Pfarrei Muttersdorf, ab 1786 zur Pfarrei Waier. Eingeschult war es gleichfalls nach Muttersdorf, ehe es 1789 nach Waier eingeschult wurde. 1899 wurde dann im Ort selbst eine Winterexpositur errichtet, nach 10 Jahren eine ganzjährige Expositur, Franzbrunnhütte aus Haselberg her eingeschult und das Schulhaus gebaut. Auch Schnaggenmühl wurde zugewiesen.

Die Freiwillige Feuerwehr Neid wurde 1905 gegründet. Im ersten Weltkrieg waren von Neid 54 Mann unter Waffen, von ihnen kehrten 7 nicht zurück.

Der Ortsname wurde früher auch Neydt, Neudt, Neyd, Näudt, Neydl geschrieben, seit 1740 dann Neid. Folgende Kuriosität hatte Neid aulzuweisen: Das Haus Nr. 17 stand genau auf der Europäischen Wasserscheide, so daß die Wasser der südlichen Dachrinne durch das Lohtal in die Schwarzach, Naab, Donau und ins Schwarze Meer flossen, während die Wasser der nördlichen Dachseite zum Weißbachl, wie hier die junge Radbusa genannt wurde, in die Beraun, Moldau, EIbe und ins Deutsche Meer (Nordsee) eilten. Sogar das seltene Beispiel einer Bifurkation gab es in der Gemeinde. Oberhalb des Dorfes war im Wald eine Quelle, der Bärnlohbrunnen, mit zwei Abflüssen, die anfangs gleich liefen, ehe sich der stärkere südlich (zur Donau) und der schwächere nördliche der Elbe zuwandte.

Josef Bernklau nach Johann Micko