Melmitz


Das alte Pfarrdorf Melmitz, etwa 5 km nordostwärts von Hostau gelegen, wurde bereits 1235 erstmals genannt. Südlich des am gleichnamigen Bache gelegenen Ortes ragte der 526 m hohe Greschin auf, nordostwärts grüßte der 614 m hohe Lichon.

Nach Sedlacek war Meimitz ein uralter Adelssitz, auf dem 1235 Kunrat und 1291 Dobrohost saß. Im 14. Jahrhundert befand sich hier eine Feste, die Dobrohost von Melmitz gehörte. Dieser besaß 1358 auch Waltersgrün, 1359 Schüttwa. Heinrich von Melmitz kaufte um 1370 die Herrschaft von Kunrat aus Wiedlitz, der als Patron der Melmitzer Kirche wie auch der Wiedlitzer erscheint.

Von 1370-1378 besaß ein gewisser Puta den Ort, der auch Pscheß sein eigen nannte. Ihm folgte wieder ein Dobrohost, der bis zum Jahre 1408 auch Herr auf Elstin war. 1411 besaß Heinrich von Sedlce Melmitz, um 1416 kaufte es Wenzel von Tachau. Später wurde Mikulasch von Kostenpic auf Melmitz erwähnt, der 1443 auch Burggraf auf Nepomuk war. Dieser stand lange Zeit im Dienste der Schwanberger. 1464 wurde als Nachkomme Johann Kostenpic genannt. Dann besaß Pertolt von Tachau den Ort und vermachte ihn seiner Gattin Margareta. Beide starben 1478 und hinterließen drei Söhne: Stasny, Oswald und Wenzel. Danach schwieg die Geschichte eine Zeitlang. Es schien, daß bereits Wilhelm Czernin von Chudenitz, der zugleich auf Taschlowitz saß, schon Melmitz innehatte, denn 1556 erschien dessen Sohn Drslav als Besitzer von Melmitz. Dieser starb 1569 und hinterließ die drei Söhne Wilhelm, Wenzel und Hans, welche großjährig wurden und 1580 ihrem Vormund, dem Onkel Martin, folgten. 1587 wurde der zweite Sohn, Wenzel, von diesem Vormund ermordet. Hans erhielt den Hof in Vstisch, und Wilhelm bekam Melmitz. Dieser Wilhelm starb noch vor 1619 und hinterließ die Söhne Drslav, Heinrich, Hans und Humbrecht. Nach Liebscher war zuvor, und zwar 1598, Wilhelm Cramer von Chudenitz Besitzer des Dorfes. Drslav erhielt - so berichtete die Ortschronik weiter - Melmitz und starb 1627, als er aus den Diensten des Hermann Czernin schied. Sein Gut bekam vertragsgemäß die Witwe Ludmilla von Wiedersperg, die sich aber der großen Schulden wegen nicht halten konnte.

Nun folgen als Besitzer Jakob von Longin und Johann von Hartenfels, beide im Jahre 1637. Urkundlich wird 1651 dann Johann Christoph Dhumshirn als Herr von Melmitz, 1652 ein Herr von Starhemberg als Besitzer des Dorfes bezeichnet. 1637 soll das Gut Melmitz bereits vom Gut Hostau aufgekauft worden sein, 1656 ging es schließlich an die Herrschaft Trauttmansdorff in Bischofteinitz über. Von der verfallenen Burgruine oder Feste kündete zuletzt nur noch der Ortsteil Schloßberg.

Die Pfarrkirche zum hl. Ägid kam als solche schon 1384 vor. Eingepfarrt waren zuletzt zum Kirchspiel Melmitz die Nachbarorte Garassen, Liebeswar, Pscheß, Holubschen, Wiedlitz und Sichrowa. Patronatsherr war Fürst Trauttrnansdorff. Der Ortschronik verdanken wir die Namen der Geistlichen, die mit Pfarrer Heinrich (t 1370) beginnt. Eine Zeitlang war Melmitz von lutherischen Geistlichen besetzt. Ab 1939 wirkte Ludwig Reithmeyer.

1701 brannte der Kirchturm ab, wurde 1702 wieder aufgebaut und mit einer Kuppel versehen. Von 1658-1677 wurde die Pfarre von Schüttarschner Priestern administriert und war laut Chronik von 1642-1717 von Tepler Prämonstratensern besetzt, die Raimund, Pfarrer von Schüttarschen und Melmitz, zum Abt des Tepler Klosters wählten.

Schaller nannte uns 1789 den Ort als Melenitz mit 39 Nummern. 1839 wies Melmitz 46 Häuser mit 356 deutschen Einwohnern auf, besaß neben der Pfarrkirche 1 Schule, 1 Wirtshaus und 1 Meierhof und gehört zur Herrschaft Hostau bzw. Bischofteinitz. 1913 zählt Melmitz 52 Häuser und 324 Einwohner. Die Schule war damals zweiklassig (93 Kinder). Eingeschult waren in jener Zeit noch Liebeswar, Garassen, Pscheß, Holubschen und Wabitz.

An Vereinen gab es den Feuerwehrverein (23 Mitglieder), Deutscher landwirtschaftlicher Verein, Christlich-sozialer Verein, Katholisch-deutscher Burschenverein "Edelweiß".

Das Flächenausmaß der Gemeinde Melmitz betrug 1937 621,35 ha. Davon waren 316,13 ha Äcker, 60,82 ha Wiesen, 54,73 ha Weiden, 165,67 ha Wald und 3,42 ha Gärten. Melmitz zählte 1939 257 Einwohner und 53 Häuser. Um zwei malerische Dorfteiche, Kirche und Schule standen 17 Bauernhöfe und 36 kleinere Anwesen sowie ein Trauttmansdorff'scher Meierhof, der 1918 im Zuge der tschechischen Bodenreform nach langjähriger Pacht an die kleineren Besitzer in Eigentum übergegangen war. Ein besonderer Anziehungspunkt war das Egidifest.

Im zweiten Weltkrieg standen 57 Meimitzer unter Waffen; 7 Heimatsöhne fielen, weitere 7 blieben vermißt.

Josef Bernklau unter Mitarbeit von Georg Ebenhöh