Maschowitz


Das von der Piwonka in die „Große“ und „Kleine Seite“ geteilte Maschowitz liegt als Station der Lokalbahn Stankau-Bischofteinitz-Ronsperg 4 km westsüdwestlich der Kreisstadt Bischofteinitz, etwa 300 m von der Reichsstraße 20 entfernt auf 381 m ü.M.

Die Kapelle, inmitten des Dorfes war dem hl. Martin geweiht und wurde 1670 erbaut und 1966 wegen Baufälligkeit abgerissen.

Der Ortsname kann vom tschechischen abgeleitet werden. „Marsche" = Marsch-Schwemmland (was auf die Umgebung von Maschowitz zutrifft) und „ves" = Dorf. Ves wurde in "itz" umgeschliffen.

1115 wird Maschowitz schon in der Gründungsurkunde des Klosters Kladrau erwähnt (Liebscher sagte u. a., daß Maschowitz einst Besitz des Prager Bistums war und daß ein Krischan von Maschowitz dem Kladrauer Kloster ein Grundstück schenkte). Während der hussitischen Belagerung von Bischofteinitz kamen in Maschowitz 4 Bauernsfamilien ums Leben, deren Höfe in der Folge verödeten. 1587 hat der Ort, zur Herrschaft Bischofteinitz gehörend, 17 Höfe. In dieser Zeit leistete Maschowitz neben Pollschitz die höchsten Abgeaben an Getreide und deckten damit fast den gesamten Getreidebedarf der Herrschaft.

Um 1780 wurde Maschowitz nach Metzling eingeschult.

1789 zählte Maschowitz 23 Nummern, 1839 desgleichen mit 110 deutschen Einwohnern, 1 Wirtshaus und 1 Mühle mit 2 Gängen. 1865 brannten die Höfe Nr. 11, 12, 13 und 14 ab. Liebscher gab 1903 24 Häuser mit 191 Bewohnern an und 1 Mühle, 1939 waren es 26 Nummern mit 149 Einwohnern. 1945 hatte Maschowitz bei 24 bewohnten Hausnummern 107 Einwohner.

Das Flächenausmaß der Gemeinde betrug 1937 468,24 ha und verteilt sich auf 352,95 ha Äcker, 74,72 ha Wiesen, 12,91 ha Weiden, 3,84 ha Wald und etwa 2 ha Gärten.

Neben der ausgezeichneten Landwirtschaft (Simmentaler Rotbuntvieh und schwere Pferde belgischer Rasse) gab es 1 Kunstmühle 1 Schmied und 1 Gastwirt im Ort, der auch eine gute Jagd aufwies. Eingepfarrt und eingeschult war Maschowitz nach dem im Gerichtsbezirk Ronsperg liegenden Metzling. Vor 1648 gehörte es zur damals noch existierenden Pfarrei Horschau.

In Maschowitz wurden um 1870 die letzten Urwälder geschlagen.

Die Feuerwehr wurde 1937 ins Leben gerufen und im selben Jahre noch eine Motorspritze eingeweiht.

1939 wurde ein Feuerwehrauto angeschafft, das das  erste seiner Art in einem Dorf im Kreis Bischofteinitz war. Aus Maschowitz stammte der Abgeordnete der Sudetendeutschen Partei Dr. Georg Stangel, der hier einen Hof besaß, welchen er später verpachtete.

Im ersten Weltkrieg zählte Maschowitz 10, im zweiten 6 Gefallene.

Josef Bernklau nach Josef Leberl