Linz

Das etwa 7 km südlich von Ronsperg gelegene Dorf Linz wurde nur vom gleichnamigen Bach von dem schon tschechischen und zum Tauser Bezirk gehörenden Altpossigkau getrennt. Es lag in einem Tal, das im Norden vom Stallaberg, im Westen vom Gückerberg und im Südosten von dem „Na Pesekach“ begrenzt wurde. Sein Name dürfte zweifelsohne von einer einst hier stehenden Mühle herrühren und tschechischen Ursprungs sein, denn „mlynec“ ist eine „kleine Mühle“. Nachfolgende deutsche Siedler, denen die Aussprache von zwei hintereinander stehenden Mitlauten unbekannt war, ließen das „M“ weg und schliffen das Wort im Laufe der Zeit in „Linz“ um.

1379 erstmals genannt, führte es Schaller 1789 beim Kammeradministrationsgut Stockau mit 33 Nummern auf und sagte, daß die Hälfte hiervon nach Ronsperg einverleibt war. Nach Liebscher hatte Kaiser Sigmund 1421 den Ort dem Johann Guttenstein und Matthias Mohlitz verschrieben.

1839 meldete uns Sommer, daß Linz ein Dorf mit 39 Häusern war und 261 Einwohner zählte. 16 Häuser gehörten zur Herrschaft in Ronsperg. Der Ort war damals nach Klentsch eingepfarrt, besaß 1 Wirtshaus, während sich eine Viertelstunde abseits die „Neue Mühle“ befand

1913 besaß das Dorf 44 Häuser und 280 Einwohner. Dazu gehörte die Neumühle. In Linz selbst waren 3 Kunstmühlen und 2 Mahlmühlen.

Die einklassige Schule zählt 59 Kinder. Sie wurde im Jahre 1870 auf dem Grundstück erbaut, auf dem vorher die Schmied stand. Diese war abgerissen worden und an das Haus Nr.31 angebaut worden. Vorher mußten die Schulkinder nach Altpossigkau, wo deutsch und tschechisch unterrichtet wurde.

An Gewerben waren im Ort: 1 Brettsäge, 2 Gasthäuser, 1 Kaufladen, 5 Müller, 1 Schmied, 1 Schneider, 1 Weber, 1 Ziegler, 1 Tabaktrafik. Der Bienenwirtschaftliche Verein hat 27 Mitglieder, der Deutsche Böhmerwaldbund 144 und die Feuerwehr 69.

Das Flächenausmaß der Gemeinde Linz betrug 1937 insgesamt 287,79 ha und verteilte sich auf 132,97 ha Felder, 60,31 ha Wiesen, 18,94 ha Weiden, 60,10 ha Wald. 1939 betrug die Einwohnerzahl 262.

Eine herrliche Wanderstrecke war die von Linz über die schön gelegene Brettsäge und Mühle Elisental, dann nach Waltersgrün und Stockau. Vom nahen Schauerberg genoß man eine wunderbare Aussicht.

Im ersten Weltkrieg hatte Linz 12 Opfer zu beklagen, im zweiten 27.

Nach Josef Bernklau und Franz Lang