Kscheberscham

Am Fuße des Haschowarer Birkenberges und einem Zufluß des Slatinabaches, in einem Tal der sieben Berge, lag ca. 7 km von Hostau entfernt, das Dörfchen Kscheberscham. Mitten durch den Ort floß der „Kscheberschamer Einfall“. Während auf der westlichen Seite des Baches gutes Trinkwasser bereits in einer Tiefe von 50 cm zu gewinnen war, mußte man auf der Ostseite bis zu einer Tiefe von 15 m graben. Unterhalb des Dorfes befand sich eine Lehmgrube, von der sich jeder unentgeltlich Lehm zum Mauern holen konnte. Früher stand an dieser Stelle auch eine Ziegelhütte, die jedoch wegen Unrentabilität aufgelassen wurde.

Unweit davon befand sich als Einöde, der Meierhof Nassatitz, welcher auch zum Orte gehörte, mit einem Gesamtausmaß von 105 ha. Nassatitz soll in früheren Jahren ein eigenes Dorf gewessen sein. Dieser Meierhof gehörte früher den Fürsten Trauttmansdorff und somit zum Meierhof Mirschikau. Nach der Errichtung des tschechischen Staates wurde Nassatitz mit dem Meierhof in Mirschikau enteignet. Obwohl es daraufhin in „Weidegenossenschaft“ umbenannt wurde, war offensichtlich, daß diese Maßnahme nur dazu diente, deutschen Boden in tschechische Hand zu bekommen.

1379 wird Kscheberscham erstmals als „Chrabrzani“ erwähnt. E. Richter hält eine Bedeutung zum tschechischen Wort „chrabry“= wacker, tapfer“ für möglich.

1789 beim Gut Hostau und der Herrschaft Bischofteinitz, zählte es mit dem Meierhof Nassatitz bereits 26 Nummern, 1839 wies es gleichfalls noch 26 Häuser mit 153 deutschen Einwohnern auf sowie den Nassatitzer Meierhof, der auch eine Schäferei besaß. 1913 zählte Kscheberscham 32 Häuser und 168 Einwohner, der Meierhof Nassatitz hatte 2 Nummern. 1939 wies der Ort 145 Einwohner auf.

Nach Einführung der allgemeinen Schulpflicht mußten die Kinder von Kscheberscham täglich einen Schulweg von 2 Stunden bis nach Kschakau zurücklegen.

Auf Initiative der Orstverwaltung wurde dann 1884 erreicht, daß Kscheberscham den Status einer Volksschule erhielt. Der Schulneubau mit Lehrerwohnung konnte im Jahre 1886 in Betrieb genommen werden. Anfänglich wurde die Schule auch noch von den Kindern aus Haschowa besucht, bis diese eine eigene Schul-Expositur erhielten.

Im Jahre 1938 wurde zu Ehren der Toten des ersten Weltkrieges ein Kriegerdenkmal auf dem Dorfplatz eingeweiht.

Kscheberscham war nach Kschakau eingepfarrt. Nachdem die Gemeinde Mirschikau eine ebenso große Kirche wie die Pfarrkirche in Kschakau besaß, wurde mit Rücksicht  auf die Ortschaft Kscheberscham der sonntägliche Gottesdienst abwechselnd einen Sonntag in Kschakau und den anderen Sonntag in Mirschikau von den jeweiligen Pfarrern gehalten. Wurden die Toten von Kscheberscham früher immer auf dem Friedhof in Kschakau begraben, konnten die Beerdigungen ab 1900 in Mirschikau stattfinden, nachdem dort am Orstausgang nach Wiedlitz ein neuer Friedhof angelegt wurde.

Im Jahre 1942 brannte zum ersten mal das elektrische Licht und 1943 wurde die erste Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Das Flächenausmaß der Gemeinde betrug 1937 insgesamt 387,68 ha und verteilte sich auf 267,22 ha Felder, 33,65 ha Wiesen, 33,09 ha Weiden, 41,12 ha Wald und 2,02 ha Gärten.

Im ersten Weltkrieg verlor Kscheberscham 3 Heimatsöhne, im Zweiten zusammen mit den Vermißten 12.

Nach Josef Bernklau und Josef Wenisch