Johanneshütte

Das Dörfchen lag kaum ½ km westlich von Schwanenbrückl am Fuße des Eisenberges in 580 m Höhe. Johanneshütte wurde 1776 als Glashütte gegründet und gehörte ursprünglich zum Dorf Schwanenbrückl. Dieses Dörflein, mundartlich „Hanneshüttn“ genannt, leitet seinen Namen von dem Gründer Johann Freiherr von Wiedersperg ab.

Es kommen im Laufe der Jahre immer wieder unterschiedliche Namensnennungen vor: Hütte St. Johannis, Johannesglashütte, Glashütte Schwanenbrückl, Hütte Johannes in Neuschwanenbrückl, Hütte Neuschwanenbrückl, Glashütte in Neuschwanenbrückl, Lenkenhütte, Hütte Lenkiana und Johannesglasfabrik, in Sommers Topographie Böhmens heißt es auch Johannesberg.

Der Pächter der Glashütte, Josef Lenk, Glashüttenmeister in Böhmen und Inhaber auch noch der Goldbrunnhütte und der Straßhütte wurde am 1.Oktober 1790 in den Ritterstand als Edler auf Dietersberg erhoben. Erzeugt wurde in der Hütte Spiegelglas. Bei der Neu-Numerierung 1805 erhielt es eigene Nummern und wurde von da an als eigenes Dorf betrachtet.

1779 wird hier ein Vergolder namens Philipp Blechinger genannt. Ein Pachtvertrag aus dem Jahre 1810 berichtet uns u. a.: „Die Glashüttenleute sind vom Hauszins und Schutzgeld befreit und leisten nur einen Tag Jagdtreiben und 24 Kreuzer sowie für jedes Stück Vieh einen Gulden Hutweidgeld. Die Glashüttenleute erhalten das Brennholz unentgeltlich und zahlen nur vier Klafter Backholz. Das Hüttenholz ist vom Oktober bis April zu schlagen, damit im Walde Ruhe ist. Niemand darf jagen oder fischen geben. Wenn die Hütte durch Feuer vernichtet wird, baut die Herrschaft nur auf, wenn sie durch Krieg oder Donnerstreich angezündet wurde. . .“

1839 zählte Johanneshütte 11 Häuser und 81 Einwohner sowie 2 Spiegelschleifmühlen. 1881 wurde die Glashütte stillgelegt, nachdem im Jahre 1857 die Johannishüttner Glasmacher wegen Holzfrevel angezeigt worden waren. Die Glasmacher gingen dann teilweise nach Stankau oder Furth, Herrenhaus und Glashütte wurden abgetragen.

Im Jahre 1880 wurde die Försterei von Schwanenbrückl nach Johanneshütte verlegt, 1890 das Revier mit Bernstein vereinigt und eine Hegerei belassen.

Die Zahl der Häuser betrug 1890 8, die der Bewohner 53. 1913 zählte Johanneshütte 7 Häuser und 78 Einwohner, 1939 8 Häuser.

Es war nach Schwanenbrückl eingemeindet und eingeschult, gehörte jedoch zur Pfarrei Muttersdorf.

Im ersten Weltkrieg fielen von 6 Eingezogenen 2, im zweiten Weltkrieg blieben 3 Mann.

Nach Johann Micko