Holubschen

Am Sichrowarer Bach (Zwirschner Bach) lag 5 km nordwärts von Hostau die Ortschaft Holubschen. Das Dorf lag an der von Zwirschen nach Haid (Tachauer Bezirk) führenden Bezirksstraße. Es war östlich von einer Anhöhe und westlich von Waldungen umrahmt.

Holubschen wurde im Jahre 1379 erstmals genannt. Im Jahre 1789 zählte es 8 Hausnummern und war im Jahre 1839 schon auf 26 Häuser mit 180 Einwohnern angewachsen. Holubschen gehörte früher zur Herrschaft Hostau und später zu Bischofteinitz. Im Jahre 1913 wies der Ort 37 Häuser mit 201 Einwohnern auf. Im Jahre 1945 hatte Holubschen 37 Häuser und 169 deutsche Einwohner. Zur Gemeinde Holubschen gehörten auch die Orte Garassen und Wabitz.

Im Jahre 1937 betrug das Flächenmaß von Holubschen 201,94 ha: Davon sind: 106,29 ha Äcker, 26,62 ha Wiesen, 1763 ha Weiden, 41,10 ha Wald, 2,16 ha Gärten, 1,95 ha Bauarea, 0,85 ha unproduktiv und 4,84 ha sonstiger Grund.

Der Ort hatte 2 Gastwirtschaften, 1 Gemischtwarenhandlung, 1 Feinschleiferei, 1 Schmied und eine Eier- und Butterhandlung.

Es lebten dort lauter Bauern und Kleinlandwirte; letztere gingen damals zu Österreichs Zeiten ins Ausland in Arbeit, weil ihnen zuhause keine gutbezahlte Arbeit zur Verfügung stand. Die Kleinlandwirte waren meist gelernte Maurer, Zimmerleute und auch gute Hilfsarbeiter. Ihre Arbeitsplätze waren vorwiegend in Sachsen, da dort damals viel gebaut und die Arbeit sehr gut bezahlt wurde. Sie waren meist von Ostern oder noch früher, wenn es das Wetter erlaubte, bis vor Weihnachten dort und kehrten dann mit einem schönen Batzen wohlverdienten Lohnes nach Hause zurück. Die Frauen aber mußten während ihrer Abwesenheit mit den Kindern die kleine Landwirtschaft versehen.

Einige dieser „Sachsengeher“ waren kaum 14 Tage daheim, als sie schon wieder den Holzkoffer packten, um nach Wien in die Brauhäuser zu fahren und sich dort als Bierkutscher zu verdingen bis zum kommenden Frühjahr, wo es dann wieder nach Sachsen ging. Sie waren alle sehr sparsam und kauften sich immer wieder einen Acker oder eine Wiese dazu, was sich für die spätere Zeit gut auswirkte. Nach dem ersten Weltkrieg arbeiteten sie dann bei heimischen Meistern oder gingen nach Eger, Asch, Falkenau, auch nach Brüx und Dux in Arbeit, da die Bautätigkeit zu dieser Zeit dort sehr rege war. Andere gingen in den Tonschacht oder in die Industrie.

Holubschen war nach Melmitz eingepfarrt und bis 1906 auch eingeschult. Im Jahre 1907 wurde dann eine Expositur zur Volksschule Melmitz errichtet, die aber dann in eine selbständige Schule (Schulleiterstelle) umgewandelt wurde (52 Schulkinder aus Holubschen, Garassen und Wabitz).

An Vereinen gab es in Holubschen: eine Ortsgruppe des Deutschen Böhmerwaldbundes, einen Rinderzuchtverein, Ortsgruppe des christlich-sozialen Verbandes, Deutscher Kulturverband und eine Elektrizitätsgenossenschaft. Das elektrische Licht wurde im Jahre 1928 durch die Genossenschaft gebaut.Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1931 gegründet. Am 6. Juni 1932 war die Motorspritzenweihe. Am 1. Mai 1940 wurde der Kriegerverein gegründet. Die Fahnenweihe des 40 Mitglieder zählenden Vereines fand am 3. November 1940 statt.

Nach Georg Maier, Johann Retzer und Georg Womes