Haschowa

Haschowa, mundartlich „Hatschawa“ genannt, lag zwischen Schüttarschen und Obermedelzen, 445 m ü.M. am südlichen Abhang des Haschowarer Birkenberges (511 m) nahe des sog. „Reichstages“, einem ca. 200 ha großen dem Fürsten Trauttmansdorff gehörenden lichten Waldgebiet und wird in Dr. Ernst Richters Dissertation für das Jahr 1544 erstmals bezeugt.

Der nach Schüttarschen (Laurenziberg) eingepfarrte Ort bildete mit dem knapp 2 krn entfernten Zwingau eine Gemeinde. Für die Schulkinder beider Orte war es Pflicht, nach Schüttarschen in die Schule zu gehen. Das bedeutete einen täglichen Fußmarsch von etwa zwei Stunden. War dieser Schulweg im Frühjahr und Sommer erträglich und manchmal auch ein Vergnügen, war er im Winter bei den verschneiten Hohlwegen mit vielen Beschwerden durch Kälte und Frost verbunden.

So ließ man sich 1882 aus der Schulgemeinde Schüttarschen ausschulen und nach Kscheberscham einschulen, das kurz vorher den Status einer Volksschule erhalten hatte.

1909 faßte die Gemeinde den Beschluß, für Zwingau und Haschowa eine eigene einklassige Volksschule als Zweigstelle der Kscheberschamer Schule in Haschowa zu bauen. 1941 wurde auch diese selbständig.

War früher der Ort nur über Feldwege erreichbar und im Winter manchmal von der Außenwelt völlig abgeschlossen, wurde durch den Bau einer Straßenverbindung zwischen Obermedelzen und Taschlowitz von 1922 bis 1925 ein großer Fortschritt gemacht.

1789 zum Gut Hostau der Majoratsherrschaft Bischofteinitz gehörig, zählt es 16 Nummern, 1839 hat es 20 Häuser, 134 Einwohner, 1939 27 Hausnummern und 117 Bewohner. Das Flächenausmaß betrug 1937 219 ha und gliederte sich in 115,77 ha Felder, 15,98 ha Wiesen, 8,62 ha Weiden und 70,52 ha Wald.

Das Dorf, von dem man eine herrliche Aussicht genoß und das in „Reichsdorf“ umbenannt werden sollte, zählte 7 Bauern und 14 kleinere Landwirte; von letzteren waren die meisten Maurer. Sowohl im Reichstag als auch in der 1,5 km von Haschowa entfernt liegenden Baumschule konnten die Bewohner des Ortes Geld hinzuverdienen – im Winter die Männer  bei der Holzarbeit, die Frauen im Sommer in der Baumschule. Im Ort befand sich auch ein Gastwirtschaft und eine Schmiede.
Im ersten Weltkrieg fielen 5 Heimatsöhne, im zweiten 4, und 3 blieben vermißt.

Nach Georg Frauenholz und Josef Johann Mayer