Putzbühl (Gorschin)

In Putzbühl gab es  5 Landwirtschaften und ein Hegerhaus des Grafen Coudenhove Kalergie, Ronsperg. Das Dorf erstreckte sich in einer Länge von 600 Metern. Die Flurstücke lagen gleich am Haus. Nach Westen grenzte eine 10 ha große herrschaftliche Wiese gegen Großgorschin ab. Das Hegerhaus hatte die Hausnummer 1. Im Jahre 1902 wurde der Heger im September, im Dienst, vermutlich von Wilderern erschossen.

Putzbühl lag 590 m hoch und war 4 km von Waier und Muttersdorf entfernt. Im Teilungsvertrag 1644 wird es nicht erwähnt.

Bei einer Zehentaufzählung 1675 heißt es "Oedung der Wittibin Margareta Spörlin beim Buz Pichl liegend". Der Putzbühl war also der Hügel oder das Wäldchen hinter dem Haus, das bei Kleingorschin mitgezählt wurde. Im Jahre 1683 erfährt man von einer Herberge in Putzbühl. Im Häuserverzeichnis von 1713, im Visitationsbericht von 1722 wird Putzbühl wieder nicht genannt. 1784 bekam das Dörflein bei der Pfarrei Muttersdorf seine eigenen Matriken. Sie wurden wegen der geringen Einwohnerzahl bis 1945 noch benützt. Wie Micko berichtet, hatte Putzbühl früher auch den Namen Finkenbühl, welcher in den Matriken abwechselnd gebraucht wurde.

1784 hatte Putzbühl in 2 Häusern 11 Bewohner, 1832 in 5 Häusern 34 Bewohner, 1851 46, 1890 37, 1900 39, 1910 6 Häuser mit 33 Einwohnern und 1921 32 Bewohner. Zu dem Orte gehörte auch das Lohhaus an der Straße von Wasserau nach Pfaffenberg.

Der Ort gehörte zur Gemeinde Großgorschin und war nach Waier eingeschult.

Das Schürfrecht auf Schwefelkies lag beim Haus Nr. 2 in Putzbühl von 1924-1938.

Josef Bernklau nach Johann Micko