Friedrichshof

Das 17 Häuser und 152 Bewohner zählende Dörfchen Friedrichshof, am Oberlauf der Radbusa und südlich von Waier gelegen, dürfte im Jahre 1705 gegründet worden sein. Es war hier zunächst ein Stall für das Vieh und eine Wohnung für den Wärter.

Noch 1709 und 1714 hieß die zur Herrschaft Muttersdorf gehörige Ansiedlung "Viehhaus", danach "Viehhof", aber 1734 kommt bereits "Friedrichshof" erstmals vor. Der Name geht auf den Gründer Friedrich Franz zurück, der, 1644 im Wald bei Neid geboren, 1683 die Güter übernahm und 1734 starb. Mundartlich hieß der Ort bis zuletzt "Vöichhuaf'.

1784 zählt Friedrichshof 9 Häuser und 50 Bewohner, 1839 13 Häuser und 117 Einwohner, 1890 18 Häuser und 165 Einwohner, 1910 17 Häuser und 152 Bewohner, 1921 17 Häuser und 135 Bewohner.

Friedrichshof gehörte seit seiner Gründung zur Herrschaft Muttersdorf und zur Gemeinde Neid. Eingepfarrt war es ebenfalls nach Muttersdorf, bis 1786 die Pfarre in Waier errichtet wurde. Nicht anders verhielt es sich in bezug auf die Schule.

1913 fanden die Häusler Simon und Köstner beim Ausheben eines Grabens in der Wiese ostwärts des Ortes einen Schatz von 17 Silbermünzen inrnitten zahlreicher Glasperlen. Die Münzen waren von verschiedener Größe, mehrere hatten einen Durchmesser von 4 cm. Sie stammten aus den Jahren 1568-1625 und trugen Aufschriften von Georg, Herzog von Sachsen, vom römisch-deutschen Kaiser und spanischen König sowie eine die Lateininschrift Dominus mihi adiutor. Vermutlich wurden sie im Dreißigjährigen Krieg vergraben, und der Eigentürner kam dann ums Leben.

Im ersten Weltkrieg waren 21 Friedrichshofer eingerückt, wovon 3 fielen.

Josef Bernklau nach Johann Micko