Erasmus

Das Dorf Erasmus, in der Mundart "Rasima" genannt, gehörte zur Gemeinde Muttersdorf. 2 km südöstlich von Muttersdorf, zählte es 10 Häuser und ungefähr 50 Einwohner. Im Jahre 1400 wird urkundlich ein Kirchlein erwähnt. 1644 wird die Kapelle St. Erasmus genannt. Sie dürfte dem Ort den Namen gegeben haben.Frühzeitig führten Prozessionen zu dieser Kirche, die dann unter Kaiser Joseph II. gesperrt wurde.

In Erasmus wohnte von altersher ein Einsiedler (Klausner). Die Flurbezeichnung "Klausenacker" rührt noch aus dieser Zeit. Nach dem Ertrinkungstod des letzten Einsiedlers im Jahre 1778 wurde die Klause für Wohnzwecken angekauft und ständig bewohnt. Dies war das Geburtsjahr des Dörfchens. Nach und nach kamen weitere Siedler dazu. Zunächst hatte Erasmus mit Muttersdorf gemeinsame Hausnummern. 1805 erhielten die Häuser eigene Nummern.

Ungeklärt ist das Vorhandensein ein größeren, einstigen Friedhofes in Erasmus. Die erste Nachricht darüber stammt aus dem Jahre 1656. Er muß ziemlich umfangreich gewesen sein. Bei späteren Bau- und Grabarbeiten für Grundmauern, Brunne und Keller stieß man überall auf Knochen, die in Reihen nebeneinander, mit den Köpfen gegen Osten, ohne Beigaben und oft mit Kalk überzogen waren. Es dürfte sich um Opfer einer Seuche oder Tote aus dem 30jährigen Kriege handeln.

Die Bewohner von Erasmus waren durchweg Arbeiter in den umliegenden Meierhöfen. Sie pachteten zu ihren kleinen Gundstücken  weiter dazu.

1902 brannten vier Häuser ab und 1910 bekam Erasmus eine eigene Wasserleitung.

Nach Karl Hanakam und F. Honsowitz