Dobraken

Dobraken, 479 m ü. M., lag am Fuße des nach Osten angrenzenden Schloßberges (561 m) und des im Norden sich erhebenden 660 m hohen Tschernahoraberges. Es grenzte an die Gemarkung Zwirschen, Zetschin und Heiligenkreuz, von letzterer durch die im Radbusatal verlaufende Eisenbahnlinie Tachau-Bischofteinitz und die Bezirksstraße Bischofteinitz-Weißensulz getrennt.

1408 urkundlich erstmals erwähnt, wurde Dobraken nach 1519 von dem Zwirschener Grundherrn Georg Plansky an Wenzel Rabstein auf Hostau verkauft. Gemeindepolitisch gehörte es bis 1877 nach dem 1 km entfernten Heiligenkreuz.

Im Jahre 1878 erlangte unser Ort seine politische Selbständigkeit. In den 1928-1932 fand die Elektrifizierung des Ortes statt. Bevölkerungspolitisch wies Dobraken im Jahre 1839 21 Häuser mit 132 deutschen Einwohnern und 1945 23 Häuser mit 104 Einwohnern auf. Das Flächenausmaß bezifferte sich auf 220,49 ha und gliederte sich in 130 ha Ackerland, rd. 45 ha Grünland und ca. 40 ha Wald auf.

In der Ortschaft befanden sich 9 Vollbauernstellen, 2 Viertelbauern, 5 Kleinlandwirte, 5 Häusler, 1 Gemeindehaus und 1 Mühle (im südlichen Radbusatal gelegen). Kirchlich gehörte das Dorf zu Heiligenkreuz. Während der Lehensherrschaft von Wolf Karl Laminger von 1576-1584 wurden die Bewohner zur Annahme des evangelischen Glaubens gezwungen, der spätere Nachfolger Wolf Wilhelm Laminger führte sie jedoch ab 1622 wieder dem röm. katholischen Glauben zu. Alljährlich feierte man an den darauffolgenden Sonntagen des 14. September (Kreuzerhöhung) und 3. Mai (Kreuzauffindung) das Kirchen- bzw. Kreuzfest. Bis 1938 gehörte die Pfarrgemeinde zur Diözese Budweis, nachher zur Regensburger Diözese. Die Ortskinder besuchten die Volksschule in Hei- ligenkreuz.

Eine verkehrstechnische Besserstellung erfuhr der Ort durch den Bau der eingangs erwähnten Bezirksstraße im Jahre 1818 und der Eröffnung der Lokalbahn im Jahre 1910. Die zuständige Halte- und Verladestelle trug den Namen Heiligenkreuz-Dobraken.

Der im Radbusatal gelegene und der Bischofteinitzer Herrschaft gehörige Eisenhammer wurde 1836 seiner Bestimmung übergeben und war die spätere Hammermühle.

Die während des 30 jährigen Krieges grassierende Pestillenz raffte um 1634 in Dobraken 28, in Heiligenkreuz 113 Menschen hinweg. Bis zum Jahre 1938 war der Ort zugeteilt dem Bezirksgericht, Grundbuchamt, Steueramt, Notariat, Bezirksverwaltungskommission und der Gendarmeriestation in Hostau, nach dem Anschluß des Sudetenlandes an das Deutsche Reich unterstanden alle Gemeinden den Behörden in der Kreisstadt Bischofteinitz. Das zuständige Postamt befand sich in Weißensulz, ebenso Distriktsarzt und Hebamme.

Während die Bauern Ackerbau und Viehzucht betrieben, - angebaut wurden vor allem Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, in geringen Mengen auch Flachs und Erbsen, an Hackfrüchten Kartoffeln, Kraut und Futterrüben - betätigten sich die Häusler und Kleinlandwirte auch als Handwerker, wie Maurer und Zimmermann. Als Nebenerwerb diente auch die Bienenzucht. Die Interessen der Landwirte vertrat der Landw. Verein in Heiligenkreuz bzw. der Rinderzuchtverein und Bauernverband. Die einzige Gastwirtschaft wurde im Haus Nr. 16 geführt. Weithin bekannt war der ortsansässige Viehhändler aus dem Haus Nr. 2.

Die Fluren der Gemarkung Dobraken wurden bewässert vom Loh-, Dorf-, Droht- und Gliedbächlein, die sich alle in die Radbusa ergossen. Dorf-, Droht-, Christofl- und Schneidergrieslweiher dienten dem Federvieh als Tummelplatz bzw. der Karpfenzucht. Das gemeindeeigene Jagdrevier war zumeist an Gemeindebürger verpachtet.

Vom Drohtweg war ein westlicher Verbindungsweg über die Schneiderbrücke zur Bezirksstraße in Richtung Weißensulz bzw. Hostau.

Der Erste Weltkrieg forderte 6 Opfer, der zweite 12.

Franz Bayerl