Dingkowitz

3 km südlich der Kreisstadt Bischofteinitz erhob sich die Ortschaft Dingkowitz, welche Dr. Ernst Richter für das Jahr 1312 erstmals belegt. Er vermutet im Ortsnamen den Personennarnen Jenik, eine Verkleinerung zu Jan-Johann. Liebscher zufolge läßt Hroznata schon 1227 den Ort einem gewissen Marquard verschreiben.

Mit 5 Höfen tauchte Dingkowitz 1587 bei der Herrschaft Bischofteinitz auf, und die Namen Zwaschka und Kyley reichten bis in jene Tage zurück. 1789 wurde der Ort bereits mit 13 Nummern und einem Meierhof mit Schäferei angeführt, während er 1839 19 Häuser mit 112 Bewohnern und 1 Meierhof mit 1 Schäferei edler Rasse aufwies.

1913 hatte Dingkowitz 21 Häuser mit 134 Einwohnern und 1 fürstlichen Meierhof mit einem Grundausmaß von 119,76 ha, der dem Fürsten Trauttmansdorff gehörte. Bis 1920 bildete der Ort mit Wostirschen und Nemtschitz eine politische Gemeinde, dann wurde er selbständig. 1939 wies Dingkowitz 24 Hausnummern und 127 Einwohner auf. Das Flächenmaß der Gemeinde betrug 1937 insgesamt 270,29 ha und verteilte sich auf 189,53 ha Felder, 19,10 ha Wiesen, 16,04 ha Weiden, 30,35 ha Wald und 2,41 ha Gärten.

Im Ort befanden sich 5 Bauernhöfe im Ausmaß von 24-28 ha, 2 mit etwa 8 ha und 13 Häusler mit 1-5 ha Besitz. Letztere übten freilich noch einen Handwerksberuf aus.

Der erste Weltkrieg forderte 2, der zweite 8 Opfer. Im Zuge der tschechischen Bodenreform wurde nach dem ersten Weltkrieg der Meierhof des Fürsten Trauttmansdorff enteignet und größtenteils an tschechische Bauern verkauft. Einige Ar ließ man auch den Dingkowitzer und Trebnitzer Häuslern zukommen.

Josef Bernklau unter Mitarbeit von Andreas Hitzler